Viele Schülerinnen und Schüler trinken im Schulalltag zu wenig – unter anderem, weil das Trinken im Unterricht nicht erlaubt ist. Doch Wissenschaft und Praxis zeigen: Flüssigkeitsversorgung fördert Konzentration, Leistung und Wohlbefinden. Wir beleuchten Hintergründe, Studien und Lösungen für Hydration im Unterricht.
Kinder und Jugendliche trinken im Schulalltag häufig weniger als empfohlen, was nicht nur gesundheitliche Folgen haben kann, sondern auch die schulische Leistungsfähigkeit beeinträchtigt.
Verschiedene Studien zeigen, schon ein Flüssigkeitsmangel von ein bis zwei Prozent des Körpergewichts kann die geistige Leistungsfähigkeit messbar reduzieren.
Studien: Hydration fördert Konzentration und Leistung
Aktuelle internationale Studien bestätigen, dass eine unzureichende Flüssigkeitsversorgung bei Schulkindern weit verbreitet ist und mit einem nachteiligen Effekt auf kognitive Leistungen verbunden ist (Roberts et al., 2025, Almaki et al., 2022, Drozdowska et al., 2020).
So zeigt eine Studie aus 2025 (Roberts et al.), dass der Hydratationsstatus signifikant mit der kognitiven Leistungsfähigkeit verbunden war, insbesondere mit gedächtnisbezogenen Aufgaben. Dehydration ging einher mit einem deutlichen Anstieg von Müdigkeit, Durst, Langeweile und Hunger — gleichzeitig nahm die Konzentration und das Glücksgefühl ab.
Der Großteil der Wasseraufnahme erfolgte zu den Mahlzeiten. Aus Trinkflaschen wurde im Laufe des Tages nur wenig getrunken, was die Abhängigkeit von externen Trinkanreizen verdeutlicht.
Barrieren im Schulalltag und Lösungsansätze
Viele Schülerinnen und Schüler trinken im Schulalltag zu wenig, obwohl an sie hohe Anforderungen gestellt werden. In vielen Unterrichtssituationen sind Trinkpausen nicht erlaubt oder werden durch organisatorische Rahmenbedingungen erschwert. Zudem haben Schülerinnen und Schüler häufig keine Trinkflasche dabei oder vergessen, im Laufe des Tages zu trinken. Darüber hinaus fehlen an vielen Schulen klare Regelungen oder feste Trinkrituale, die eine regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme unterstützen würden.
Die langjährige Initiative „Trinken im Unterricht“ des Verbands Deutscher Mineralbrunnen (VDM) zeigt auf, wie Schulen mit einfachen Maßnahmen eine bessere Flüssigkeitsversorgung von Schülerinnen und Schülern ermöglichen können.
So sollten Trinkflaschen im Klassenraum sichtbar und leicht zugänglich bereitgestellt werden, damit das Trinken selbstverständlich in den Unterrichtsalltag integriert ist. Außerdem ist es sinnvoll, gemeinsam Trinkregeln zu vereinbaren, zum Beispiel dass während bestimmter Phasen wie der Gruppenarbeit getrunken werden darf. Darüber hinaus können bewusst eingeplante Trinkpausen im Stundenplan dazu beitragen, dass Kinder regelmäßig an das Trinken erinnert werden und ihren Flüssigkeitsbedarf besser decken.
Welche Getränke eignen sich im Unterricht-Alltag?
Ein wichtiger Aspekt der „Trinken im Unterricht“-Initiative ist nicht nur wie viel, sondern auch was Kinder und Jugendliche trinken. Entscheidend ist dabei, den Flüssigkeitsbedarf zu decken, ohne den Körper zusätzlich mit unnötigen Kalorien oder künstlichen Stoffen zu belasten.
Expertinnen und Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen daher vorzugsweise kalorienfreie oder kalorienarme Getränke. Zudem sollten Getränke für Kinder und Jugendliche unbedingt koffein- und alkoholfrei sein.
Besonders geeignet für den Schulalltag sind demnach:
- natürliches Mineralwasser – ideal zur Hydration ohne Zusätze
- Leitungswasser – preiswert, lokal verfügbar und frei von Zucker
- ungezuckerter Frucht- oder Kräutertee – mild, koffeinfrei und erfrischend
- stark verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte – liefern Geschmack mit deutlich weniger Zucker als reine Säfte
Fazit: Eine einfache Maßnahme mit großer Wirkung
Regelmäßiges Trinken im Unterricht ist keine Nebensache, sondern eine wichtige Voraussetzung für Gesundheit und schulische Leistung. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass bereits kleine Verbesserungen in der Flüssigkeitsversorgung positive Effekte auf Konzentration, Stimmung und Lernbereitschaft haben.
Mit einfachen organisatorischen Lösungen können Schulen einen durstfreundlichen Unterricht gestalten – zum Wohl der Schüler und Lehrkräfte.
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