Rhenser Mineralbrunnen stellt Insolvenzantrag

Historische Illustration des Rhenser Mineralbrunnens mit Fabrikgelände am Rhein, Mineralwasserflasche und Auszeichnungsmedaillen.

Die Rhenser Mineralbrunnen GmbH mit Sitz in Rhens hat am 03.03.2026 beim Amtsgericht Koblenz einen Insolvenzantrag gestellt. Das Gericht bestellte Rechtsanwalt Dr. Alexander Jüchser von LIESER Rechtsanwälte aus Koblenz zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Seit 1862 füllt das Traditionsunternehmen in Rhens Mineralwasser ab und ist in der Region fest verwurzelt.

Der Geschäftsbetrieb des Traditionsunternehmens läuft uneingeschränkt weiter. Die Abfüllung der gesamten Produktrange in Glas-, PET- und Tetra Top®-Flaschen sowie die Auslieferung an Kunden sind sichergestellt. „Unser vorrangiges Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Fortführung des Unternehmens zu schaffen“, erklärt Dr. Alexander Jüchser. „Dazu verschaffen wir uns derzeit einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Situation und führen Gespräche mit Kunden, Lieferanten und weiteren Geschäftspartnern.“

Hoher Wettbewerbsdruck und Kaufzurückhaltung

„Gründe für den Insolvenzantrag sind insbesondere der hohe Wettbewerbsdruck im Getränkemarkt, gestiegene Transportkosten, anhaltend geringe Margen sowie eine aktuelle Zurückhaltung der Konsumenten im Markt“, erläutert Christian Kolb, kaufmännischer Leiter des Rhenser Mineralbrunnens.

Gestiegene Kosten und zu geringe Margen führten in eine finanzielle Schieflage und schließlich musste das Traditionsunternehmen Insolvenz anmelden.

Unterstützung durch sanierungserfahrene Berater

Im Jahr 2016 hatte das Unternehmen ein Eigenverwaltungsverfahren durchlaufen. Damals gelang es, den seit 1862 am Standort Rhens tätigen Mineralbrunnen erfolgreich zu restrukturieren und an die Brüder Christian und Friedrich Berentzen zu übertragen.

In diesem Zusammenhang war seinerzeit der sanierungserfahrene Manager Holger Sieck interimistisch als Geschäftsführer eingesetzt worden. Holger Sieck bringt nun erneut seine Erfahrung in den laufenden Prozess ein. Zudem berät Rechtsanwalt Marco Ihrlich von der Kanzlei Dr. Eich Jakob & Partner mbB aus Koblenz das Unternehmen.

„Welche konkrete Lösungsoption am Ende in Betracht kommt, lässt sich zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht absehen“, so Holger Sieck. „Aber wir sind zuversichtlich, dass wir eine nachhaltige Zukunftslösung für Rhenser Mineralbrunnen entwickeln und realisieren.“

Der Rhenser Mineralbrunnen arbeitet seit vielen Jahren insbesondere mit regionalen Kunden zusammen. „Das ist für uns eine Verantwortung auch für die Zukunft, der wir mit diesem Schritt weiter gerecht werden können.“ Sabrina Wilking, Leiterin Vertrieb, hat einen klaren Blick auf die Bedürfnisse der Kunden und setzt auf „die gewachsenen Marktbeziehungen als wesentlichen Wert des Rhenser Mineralbrunnens.“

Transparenz gegenüber Mitarbeitenden

Das Unternehmen hat mit Rechtsanwalt Dr. Alexander Jüchser noch am 03.03.2026 auf einer Betriebsversammlung die rund 140 Beschäftigten über den Insolvenzantrag und die weiteren Schritte im Verfahren informiert. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden sind über das Insolvenzgeld für die Monate März, April und Mai 2026 gesichert.

Zur offiziellen PRessemitteilung

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